{"id":104,"date":"2012-04-09T08:15:00","date_gmt":"2012-04-09T15:15:00","guid":{"rendered":"http:\/\/almliebe.tumblr.com\/post\/20780554808"},"modified":"2018-04-03T10:25:03","modified_gmt":"2018-04-03T08:25:03","slug":"voll-bart-oder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/2012\/04\/voll-bart-oder\/","title":{"rendered":"Voll Bart, oder?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-499\" src=\"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/voll-bart-oder.jpg\" alt=\"Voll Bart,oder?\" width=\"500\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/voll-bart-oder.jpg 500w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/04\/voll-bart-oder-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/p>\n<p>Foto: Maloja<\/p>\n<p>Fr\u00fcher auf der Alm war\u2019s vielleicht ganz normal. Kein Netz, an das man den elektrischen Rasierer anstecken konnte. Nur kaltes Wasser. Und sowieso keiner, der sich \u00fcber die vermeintliche Ungepflegtheit h\u00e4tt aufregen k\u00f6nnen. Aber mittlerweile sieht man ihn in fast jeder coolen Werbekampagne und geh\u00e4uft auf den Stra\u00dfen der Metropolen: den Vollbart. Der trendige Mann von heute zeigt sich\u00a0mit \u00fcppiger Haarpracht im Gesicht, die weit \u00fcber die \u00fcbliche Drei-Tages-Bart-Geschichte hinausgeht. Das entfacht hei\u00dfe Diskussionen unter den Damen.<\/p>\n<p><!-- more --><\/p>\n<p>Die meisten finden die haarige Angelegenheit ungew\u00f6hnlich, verwegen, spannend, cool und auch sehr m\u00e4nnlich. Bei den anderen M\u00e4nnern versteht sich. Wenn es um ihre eigenen geht, sieht die Sache schon wieder anders aus. Kratzig, unhygienisch, st\u00f6rend beim K\u00fcssen und \u00fcberhaupt \u2013 so fielen in dem Fall die Kommentare aus.<\/p>\n<p>Wesentlich spannender als das Urteil der Damen ist aber die Frage, woher dieser Trend jetzt eigentlich kommt und ob er R\u00fcckschl\u00fcsse zul\u00e4sst auf die Rolle der Geschlechter. Die ist ja seit der Emanzipation etwas durcheinandergeraten und hat viele ratlose M\u00e4nner zur\u00fcckgelassen, die ihren Platz zwischen all den starken, selbst\u00e4ndigen und selbstbewussten Frauen nicht immer mit Erfolg suchten. Eine Zwischenl\u00f6sung muss man jetzt im Nachhinein sagen war lange Zeit der metrosexuelle, der androgyne Mann, der sich nicht scheut, seine weiblichen Z\u00fcge zu zeigen, der verst\u00e4ndnisvoll ist, der auch mal weint, der mit zum Shoppen kommt, der im Haushalt mit anpackt, der auf sein \u00c4u\u00dferes achtet \u00a0und sich nicht nur im Gesicht rasiert. Eigentlich der schlanke fast schon schm\u00e4chtige Dior Homme-Mann, der meilenweit entfernt war von den Muskelpaketen und Machos der 80er-Jahre. Den verweichlichten Typen fanden wir s\u00fc\u00df, cool und begehrenswert ohne zu merken, dass uns eigentlich schon die ganze Zeit was fehlt. Der Mann, das M\u00e4nnliche, die starke Schulter, das Testosteron. Das Hormon f\u00f6rdert nicht nur das sexuelle Verlangen, Antrieb, Ausdauer, dominante Verhaltensweisen, sondern eben auch den Bartwuchs. In fr\u00fcheren Zeiten sah man den Bart als Zeichen der Kraft und als Zierde der M\u00e4nnlichkeit an. In den letzten Jahren oder sogar Jahrzehnten wurde er in die Ecke der Geschichtsprofessoren und vergeistigten Intellektuellen verdr\u00e4ngt. In der Mode hatte er jedenfalls keinen Platz mehr. Bis Hollywood-Schauspieler wie Brad Pitt und George Clooney ihre Haarpracht stolz \u00fcber den roten Teppich trugen und Werbekampagnen von Luxusmarken pl\u00f6tzlich mit der neuen M\u00e4nnlichkeit spielten. Auch auf den neuen Anzeigenmotiven f\u00fcr Herbst\/Winter wird viel Haariges zu sehen sein, vor allem bei Sportswear-Anbietern wie Camel Active, Woolrich und Marc O`Polo. Bei Tom Fords Beauty-Kampagne kuschelt das niederl\u00e4ndische Model Lara Stone mit dem b\u00e4rtigen Top-Designer. Auf die Stra\u00dfe in M\u00fcnchen, Berlin oder D\u00fcsseldorf hat es der Vollbart inzwischen auch geschafft. Die Frage ist jetzt nur, ob die \u00c4u\u00dferlichkeit Ver\u00e4nderungen innerer Werte nach sich zieht oder umgekehrt. Und ob wir bereit sind f\u00fcr die neuen M\u00e4nner. Wahrscheinlich waren es doch wieder wir Frauen, die den Trend gesetzt haben. Denn ja, wir wollen mehr M\u00e4nnlichkeit, mehr St\u00e4rke. Daf\u00fcr w\u00fcrden wir sogar den M\u00fcll auch wieder selbst raus bringen.<\/p>\n<p>Sonja Ragaller<\/p>\n<p>Artikel erschienen bei <a href=\"http:\/\/www.anangu.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.anangu.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Maloja Fr\u00fcher auf der Alm war\u2019s vielleicht ganz normal. Kein Netz, an das man den elektrischen Rasierer anstecken konnte. Nur kaltes Wasser. Und sowieso keiner, der sich \u00fcber die vermeintliche Ungepflegtheit h\u00e4tt aufregen k\u00f6nnen. Aber mittlerweile sieht man ihn in fast jeder coolen Werbekampagne und geh\u00e4uft auf den Stra\u00dfen der Metropolen: den Vollbart. Der trendige Mann von heute zeigt sich\u00a0mit \u00fcppiger Haarpracht im Gesicht, die weit \u00fcber die \u00fcbliche Drei-Tages-Bart-Geschichte hinausgeht. Das entfacht hei\u00dfe Diskussionen unter den Damen. Die meisten finden die haarige Angelegenheit ungew\u00f6hnlich, verwegen, spannend, cool und auch sehr m\u00e4nnlich. Bei den anderen M\u00e4nnern versteht sich. Wenn es um ihre eigenen geht, sieht die Sache schon wieder anders aus. Kratzig, unhygienisch, st\u00f6rend beim K\u00fcssen und \u00fcberhaupt \u2013 so fielen in dem Fall die Kommentare aus. Wesentlich spannender als das Urteil der Damen ist aber die Frage, woher dieser Trend jetzt eigentlich kommt und ob er R\u00fcckschl\u00fcsse zul\u00e4sst auf die Rolle der Geschlechter. Die ist ja seit der Emanzipation etwas durcheinandergeraten und hat viele ratlose M\u00e4nner zur\u00fcckgelassen, die ihren Platz zwischen all den starken, selbst\u00e4ndigen und selbstbewussten Frauen nicht immer mit Erfolg suchten. Eine Zwischenl\u00f6sung muss man jetzt im Nachhinein sagen war lange Zeit der metrosexuelle, der androgyne Mann, der sich nicht scheut, seine weiblichen Z\u00fcge zu zeigen, der verst\u00e4ndnisvoll ist, der auch mal weint, der mit zum Shoppen kommt, der im Haushalt mit anpackt, der auf sein \u00c4u\u00dferes achtet \u00a0und sich nicht nur im Gesicht rasiert. Eigentlich der schlanke fast schon schm\u00e4chtige Dior Homme-Mann, der meilenweit entfernt war von den Muskelpaketen und Machos der 80er-Jahre. Den verweichlichten Typen fanden wir s\u00fc\u00df, cool und begehrenswert ohne zu merken, dass uns eigentlich schon die ganze Zeit was fehlt. Der Mann, das M\u00e4nnliche, die starke Schulter, das Testosteron. Das Hormon f\u00f6rdert nicht nur das sexuelle Verlangen, Antrieb, Ausdauer, dominante Verhaltensweisen, sondern eben auch den Bartwuchs. In fr\u00fcheren Zeiten sah man den Bart als Zeichen der Kraft und als Zierde der M\u00e4nnlichkeit an. In den letzten Jahren oder sogar Jahrzehnten wurde er in die Ecke der Geschichtsprofessoren und vergeistigten Intellektuellen verdr\u00e4ngt. In der Mode hatte er jedenfalls keinen Platz mehr. Bis Hollywood-Schauspieler wie Brad Pitt und George Clooney ihre Haarpracht stolz \u00fcber den roten Teppich trugen und Werbekampagnen von Luxusmarken pl\u00f6tzlich mit der neuen M\u00e4nnlichkeit spielten. Auch auf den neuen Anzeigenmotiven f\u00fcr Herbst\/Winter wird viel Haariges zu sehen sein, vor allem bei Sportswear-Anbietern wie Camel Active, Woolrich und Marc O`Polo. Bei Tom Fords Beauty-Kampagne kuschelt das niederl\u00e4ndische Model Lara Stone mit dem b\u00e4rtigen Top-Designer. Auf die Stra\u00dfe in M\u00fcnchen, Berlin oder D\u00fcsseldorf hat es der Vollbart inzwischen auch geschafft. Die Frage ist jetzt nur, ob die \u00c4u\u00dferlichkeit Ver\u00e4nderungen innerer Werte nach sich zieht oder umgekehrt. Und ob wir bereit sind f\u00fcr die neuen M\u00e4nner. 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