{"id":1585,"date":"2021-12-02T12:09:20","date_gmt":"2021-12-02T11:09:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/?p=1585"},"modified":"2021-12-04T11:44:57","modified_gmt":"2021-12-04T10:44:57","slug":"mama-bavaria-nimmt-die-frauenquote-in-die-hand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/2021\/12\/mama-bavaria-nimmt-die-frauenquote-in-die-hand\/","title":{"rendered":"Mama Bavaria nimmt die Frauenquote selbst in die Hand"},"content":{"rendered":"\n<p>Luise Kinsehers neues Kabarett-Talk-Format \u201edreizueins\u201c startet am\u00a09. Dezember um 21 Uhr im BR Fernsehen<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Mama-Bavaria\u00a9Nils-Schwarz__MG_0296-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1591\" srcset=\"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Mama-Bavaria\u00a9Nils-Schwarz__MG_0296-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Mama-Bavaria\u00a9Nils-Schwarz__MG_0296-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Mama-Bavaria\u00a9Nils-Schwarz__MG_0296-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Mama-Bavaria\u00a9Nils-Schwarz__MG_0296-120x80.jpg 120w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Mama-Bavaria\u00a9Nils-Schwarz__MG_0296-255x170.jpg 255w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Mama-Bavaria\u00a9Nils-Schwarz__MG_0296-345x230.jpg 345w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Foto: Nils Schwarz<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Frau Kinseher, wenn man sich Ihren Lebenslauf so anschaut, dann scheinen Sie ungew\u00f6hnlich zielstrebig auf den Beruf der Kabarettistin zugesteuert zu sein. Kann man so eine Karriere auf der B\u00fchne planen?<br><\/strong>Das schaut nur so aus. Germanistik hab\u2018 ich studiert, weil ich immer gerne&nbsp;gelesen hab. Aber ich hab\u2018&nbsp;lang nicht gewusst, was ich beruflich machen will. W\u00e4hrend des Studiums in M\u00fcnchen hab\u2018&nbsp;ich im Fraunhofer Theater bedient. Und dort bin ich zum ersten Mal in Ber\u00fchrung gekommen mit Kabarett und mit Sigi Zimmerschied. Aber dann sind viele gl\u00fcckliche F\u00fcgungen und vielerlei Aspekte zusammengekommen, die mich dahin gebracht haben, wo ich heute stehe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>War Sigi Zimmerschied von da an eine Leitfigur, ein Vorbild f\u00fcr Sie? Sie haben&nbsp;<\/strong><strong>ja sogar ihre Magisterarbeit \u00fcber ihn geschrieben&#8230;<br><\/strong>Zimmerschied ist nat\u00fcrlich eine sehr wichtige Figur, vor allem in der bayerischen Kabarett-Szene. Er war nie Mainstream, immer streitbar, hat immer neue Wege beschritten. Er ist ein K\u00fcnstler, die sich auch nie ausruht auf seinem Erfolg. Er hat so eine Absolutheit, eine Unbedingtheit. Er muss das einfach machen. Und das ist bei mir auch so. Insofern war er sicher ein Vorbild, ja.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Liegt den Niederbayern das Kabarett im Blut? Zimmerschied ist ja Niederbayer, Bruno Jonas, Ottfried Fischer und auch Sie sind in Geiselh\u00f6ring&nbsp;<\/strong><strong>aufgewachsen&#8230;.<br><\/strong>Die Gegend, wo ich aufgewachsen bin, hat mit Kabarett nicht viel zu tun. Bei Jonas und Zimmerschied war das anders. Das war eine Generation vor mir. Und in den 70ern und 80ern war Revoltieren ja in Mode, es gab auch viel Grund zu rebellieren. Gerade in Passau gab es enge Verflechtungen zwischen CSU und Kirche, der Dom hat die jungen Leute fast erdr\u00fcckt dort. Dann haben sie angefangen, was zu machen, Strukturen aufzubrechen. Und das hat funktioniert. Bei mir war das nicht so, ich musste nicht ausbrechen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber ist es dann der ganz eigene Humor, der die niederbayerischen Kabarettisten so erfolgreich macht?<br><\/strong>Der Dialekt bringt einen gewissen Humor mit ins Kabarett, und das ist auch gut so. Vielleicht ist es auch eine gewisse Lust an der Theatralik wie sie in der katholischen Messe zelebriert wird. Der Niederbayer ist au\u00dferdem daf\u00fcr bekannt, dass er drei Mal ums Eck denkt und eine gewisse Wortkargheit mit sich bringt. Der Humor ist dann sehr trocken und unvermittelt. Gerade im Solo- Kabarett ist es so, dass sich die Pers\u00f6nlichkeit nicht trennen l\u00e4sst vom Programm. Insofern spielt die Herkunft immer auch eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Waren Sie auch schon als Kind so lustig?<\/strong>                                                        Ich hab\u2018 schon \u00f6fter Geschichten erz\u00e4hlt am Gymnasium, war aber ansonsten eher sch\u00fcchtern. Ich wollte eigentlich gern in die Theatergruppe, aber es hat mich halt keiner gefragt. Das Zur\u00fcckhaltende war eher anerzogen. Das Selbstbewusstsein ist erst mit der Zeit gewachsen. Ich hatte viele Selbstzweifel und habe immer wieder hart an mir selbst gearbeitet. Jetzt haut mich einfach so schnell nix mehr um nach 30 Jahren B\u00fchnenerfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aber wie wird man als sch\u00fcchternes M\u00e4del von Land dann zur gefeierten, ausgezeichneten Kabarettistin?<br><\/strong>Es gab von Anfang an wichtige Personen in meiner Karriere. Reinhold von Grafenstein hatte einen Theaterverlag. Dort hab\u2018\u00a0ich als junge Studentin ein Praktikum gemacht. Er hat das Talent erkannt, das irgendwo in mir schlummerte und war fortan ein wichtiger Mentor und F\u00f6rderer. Dann nat\u00fcrlich Georg Maier von der Iberl-B\u00fchne, der mich als v\u00f6llig unerfahrene Person vom Fleck weg als Schauspielerin engagierte. Und nicht zu vergessen Regisseur Franz Xaver Bogner, der mir die Fernsehwelt er\u00f6ffnet hat.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"687\" src=\"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LK-MMB-\u00a9MartinaBogdahn-quer-print-2-1024x687.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1590\" srcset=\"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LK-MMB-\u00a9MartinaBogdahn-quer-print-2-1024x687.jpg 1024w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LK-MMB-\u00a9MartinaBogdahn-quer-print-2-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LK-MMB-\u00a9MartinaBogdahn-quer-print-2-768x515.jpg 768w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LK-MMB-\u00a9MartinaBogdahn-quer-print-2-120x80.jpg 120w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LK-MMB-\u00a9MartinaBogdahn-quer-print-2-255x170.jpg 255w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/LK-MMB-\u00a9MartinaBogdahn-quer-print-2-345x230.jpg 345w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Foto: Martina Bogdahn<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Wo liegt eher Ihr Herzblut? In der Schauspielerei oder im Kabarett?<\/strong>   Ich brenne immer f\u00fcr das, was ich gerade mache. Aber ich liebe das Kabarett, liebe es, mich selbst einzubringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>War die Rolle als&nbsp;<\/strong><strong>\u201eMama&nbsp;<\/strong><strong>Bavaria<\/strong><strong>\u201c&nbsp;<\/strong><strong>am Nockherberg auch f\u00fcr Sie pers\u00f6nlich das Highlight Ihrer bisherigen Karriere?<br><\/strong>Es war eine sehr wichtige und bedeutende Aufgabe, die mich sehr gefordert hat und bei der ich viel gelernt habe. Sie hat mich sehr prominent gemacht, davon profitiere ich auch heute noch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haben Sie schon immer gern Leute derbleckt?<\/strong>                                             Oh ja, Frotzeln liegt mir schon im Blut. Aber ich frotzel auch \u00fcber mich selbst und immer mit einem liebevollen Blick. Am Nockherberg geht es auch immer darum, wer gibt am meisten her. Das war mit Sicherheit Hubert Aiwanger. Aber auch die Auseinandersetzungen zwischen Seehofer und S\u00f6der waren sehr ergiebig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Auch in Ihrem neuen Programm im BR \u201edreizueins\u201c steht Kabarett im\u00a0Vordergrund. In einer Almh\u00fctte empfangen Sie G\u00e4ste aus der Szene. War das Format Ihre Idee?<br><\/strong>Das Format ist jetzt keine Neuerfindung. Im Grunde ist es ein bisschen so wie Ottis Schlachthof fr\u00fcher\u00a0\u2013\u00a0nur mit mir als Gastgeberin. Und dass wir Themenschwerpunkte haben, wie in der ersten Sendung die Digitalisierung mit all ihren Auswirkungen auf Partnersuche, unser Konsumverhalten und so weiter. Die Alm als Location und Kulisse hat auch eine Bedeutung. Fr\u00fcher hat man die Frauen ungern auf die Alm geschickt. Dort waren sie weit weg von sozialer und von kirchlicher Kontrolle. In manchen Gegenden musste der Pfarrer sogar ein Zeugnis ausstellen, dass es anst\u00e4ndige M\u00e4dl waren, die als Sennerin auf die Alm durften. Insofern war und ist die Alm f\u00fcr uns Frauen ein Ort der Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/BR-Bild_drei_zu_eins-0-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1588\" srcset=\"https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/BR-Bild_drei_zu_eins-0-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/BR-Bild_drei_zu_eins-0-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/BR-Bild_drei_zu_eins-0-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/BR-Bild_drei_zu_eins-0-120x80.jpg 120w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/BR-Bild_drei_zu_eins-0-255x170.jpg 255w, https:\/\/www.almliebe.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/BR-Bild_drei_zu_eins-0-345x230.jpg 345w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Geballte Frauenpower: In &#8222;drei zu eins&#8220; verbindet die vielfach ausgezeichnete Kabarettistin Luise Kinseher unterhaltsame Kabarett-Nummern und Stand-up-Comedy mit spritziger Talk-Atmosph\u00e4re. Das Besondere: Das neue Format ist von Frauen dominiert \u2013 Kinseher empf\u00e4ngt pro Sendung zwei Kabarettistinnen und einen m\u00e4nnlichen \u00dcberraschungsgast im Ambiente einer Almh\u00fctte. Foto: BR \/ Markus Konvalin<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Die Frauen stehen \u00fcberhaupt im Mittelpunkt der Sendung. Braucht man heutzutage noch eine Frauenquote?<br><\/strong>Ich habe zwei weibliche G\u00e4ste und einen m\u00e4nnlichen Gast. Normalerweise \u00fcberlegt man sich f\u00fcr eine Sendung, oh wir brauchen noch eine Frau. Eine langt dann aber auch. Das ist immer noch so. Wir wollten das Ganze mal umdrehen. In der Sendung sind wir Frauen in der Mehrzahl und das ist echt lustig. Die M\u00e4nner sind auch total entspannt, weil sie der Hahn im Korb sind und nicht in Konkurrenz zu anderen M\u00e4nnern stehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sind denn im Kabarett und im echten Leben die St\u00e4rken der Frauen?<\/strong>                                                                                                                      Das fragt man doch M\u00e4nner auch nicht. Man fragt doch nicht einen Michael Altinger und Christian Springer vom Schlachthof, wo ihre St\u00e4rken so liegen.&nbsp;Mich fragt man das aber permanent. Schaut\u2019s Euch die Sendung an, dann wisst\u2019s es!!!<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Interview f\u00fchrte Sonja Ragaller<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luise Kinsehers neues Kabarett-Talk-Format \u201edreizueins\u201c startet am\u00a09. 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Ich hab\u2018 schon \u00f6fter Geschichten erz\u00e4hlt am Gymnasium, war aber ansonsten eher sch\u00fcchtern. Ich wollte eigentlich gern in die Theatergruppe, aber es hat mich halt keiner gefragt. Das Zur\u00fcckhaltende war eher anerzogen. Das Selbstbewusstsein ist erst mit der Zeit gewachsen. Ich hatte viele Selbstzweifel und habe immer wieder hart an mir selbst gearbeitet. Jetzt haut mich einfach so schnell nix mehr um nach 30 Jahren B\u00fchnenerfahrung. Aber wie wird man als sch\u00fcchternes M\u00e4del von Land dann zur gefeierten, ausgezeichneten Kabarettistin?Es gab von Anfang an wichtige Personen in meiner Karriere. Reinhold von Grafenstein hatte einen Theaterverlag. Dort hab\u2018\u00a0ich als junge Studentin ein Praktikum gemacht. Er hat das Talent erkannt, das irgendwo in mir schlummerte und war fortan ein wichtiger Mentor und F\u00f6rderer. 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Am Nockherberg geht es auch immer darum, wer gibt am meisten her. Das war mit Sicherheit Hubert Aiwanger. Aber auch die Auseinandersetzungen zwischen Seehofer und S\u00f6der waren sehr ergiebig. Auch in Ihrem neuen Programm im BR \u201edreizueins\u201c steht Kabarett im\u00a0Vordergrund. In einer Almh\u00fctte empfangen Sie G\u00e4ste aus der Szene. War das Format Ihre Idee?Das Format ist jetzt keine Neuerfindung. Im Grunde ist es ein bisschen so wie Ottis Schlachthof fr\u00fcher\u00a0\u2013\u00a0nur mit mir als Gastgeberin. Und dass wir Themenschwerpunkte haben, wie in der ersten Sendung die Digitalisierung mit all ihren Auswirkungen auf Partnersuche, unser Konsumverhalten und so weiter. Die Alm als Location und Kulisse hat auch eine Bedeutung. Fr\u00fcher hat man die Frauen ungern auf die Alm geschickt. Dort waren sie weit weg von sozialer und von kirchlicher Kontrolle. In manchen Gegenden musste der Pfarrer sogar ein Zeugnis ausstellen, dass es anst\u00e4ndige M\u00e4dl waren, die als Sennerin auf die Alm durften. Insofern war und ist die Alm f\u00fcr uns Frauen ein Ort der Freiheit. Geballte Frauenpower: In &#8222;drei zu eins&#8220; verbindet die vielfach ausgezeichnete Kabarettistin Luise Kinseher unterhaltsame Kabarett-Nummern und Stand-up-Comedy mit spritziger Talk-Atmosph\u00e4re. Das Besondere: Das neue Format ist von Frauen dominiert \u2013 Kinseher empf\u00e4ngt pro Sendung zwei Kabarettistinnen und einen m\u00e4nnlichen \u00dcberraschungsgast im Ambiente einer Almh\u00fctte. Foto: BR \/ Markus Konvalin Die Frauen stehen \u00fcberhaupt im Mittelpunkt der Sendung. Braucht man heutzutage noch eine Frauenquote?Ich habe zwei weibliche G\u00e4ste und einen m\u00e4nnlichen Gast. Normalerweise \u00fcberlegt man sich f\u00fcr eine Sendung, oh wir brauchen noch eine Frau. Eine langt dann aber auch. Das ist immer noch so. Wir wollten das Ganze mal umdrehen. In der Sendung sind wir Frauen in der Mehrzahl und das ist echt lustig. Die M\u00e4nner sind auch total entspannt, weil sie der Hahn im Korb sind und nicht in Konkurrenz zu anderen M\u00e4nnern stehen. Was sind denn im Kabarett und im echten Leben die St\u00e4rken der Frauen? Das fragt man doch M\u00e4nner auch nicht. 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